Zum Inhalt springen
Erich BartholoméPrimzahlforschung

Themen

Themen

Vier Fragen aus der Zahlentheorie, die seit Jahrhunderten offen sind. Die folgenden Darstellungen sind allgemeine Mathematik – was Erich Bartholomé dazu im Einzelnen erarbeitet hat, wird hier ergänzt.

Woran er arbeitet

Wie dünn werden die Primzahlen?

Je weiter man zählt, desto seltener werden die Primzahlen. Bis 100 ist jede vierte Zahl prim, bis zur Million nur noch jede dreizehnte. Die Frage ist, wie schnell das geht – und an welcher Stelle genau bestimmte Schwellen unterschritten werden.

  • Ab welcher Zahl liegt der Anteil der Primzahlen unter 2 %?
  • Ab welcher Zahl liegt der Anteil der Primzahlen unter 1 %?
  • Ab welcher Zahl liegt er unter einem halben Prozent?
  • Ab welcher Zahl liegt er unter einem Promille?
  • Und ab welcher Zahl unter einem Zehntelpromille?

Nachrechnen lässt sich nur der Anfang: Unter 10 % bleibt der Anteil dauerhaft ab 64.721. Alles Weitere liegt jenseits jeder Rechenkapazität und folgt dem Primzahlsatz.

2 %
≈ 1,4 · 10²²
23 Stellen
1 %
≈ 7,4 · 10⁴³
44 Stellen
0,5 %
≈ 2,0 · 10⁸⁷
88 Stellen
1 ‰
≈ 5,4 · 10⁴³⁴
435 Stellen
0,1 ‰
≈ 2,4 · 10⁴³⁴³
4.344 Stellen

Dahinter steckt eine erstaunlich einfache Regel: Soll der Anteil unter 1/n fallen, liegt die Schwelle bei etwa e hoch (n+1). Der Anteil sinkt langsam – die Zahl, ab der er sinkt, wächst dafür explosionsartig.

Selbst ausprobieren

Für solche Rechnungen nutzt Erich Bartholomé inzwischen auch KI-Systeme, unter anderem Claude – als Werkzeug, um Vermutungen zu prüfen und Rechenwege zu kontrollieren.

01

Primzahllücken

g_n = p_{n+1} − p_n

Zwischen aufeinanderfolgenden Primzahlen klaffen Lücken, die beliebig groß werden können und trotzdem erstaunlich regelmäßig auftreten.

Der Abstand zwischen zwei benachbarten Primzahlen wächst im Mittel wie ln(n). Einzelne Lücken weichen davon erheblich ab – und gerade diese Ausreißer tragen die Information. Dass es beliebig große Lücken gibt, ist leicht zu zeigen; wo die nächste Rekordlücke liegt, weiß niemand im Voraus.

Passendes Werkzeug ausprobieren →

02

Verteilungsfunktion π(x)

π(x) ~ x / ln(x)

Der Primzahlsatz sagt, wie viele Primzahlen unterhalb einer Schranke liegen. Der Fehlerterm ist das eigentliche Rätsel.

π(x) zählt die Primzahlen bis x und nähert sich x/ln(x). Die Abweichung zwischen Näherung und Wirklichkeit hängt unmittelbar an der Riemannschen Vermutung – dem wohl bekanntesten ungelösten Problem der Mathematik.

Passendes Werkzeug ausprobieren →

03

Primzahlzwillinge

π₂(x) ~ 2C₂ · x / (ln x)²

Paare wie (11, 13) oder (10 006 427, 10 006 429). Ob es unendlich viele gibt, ist bis heute offen.

Die Zwillingsvermutung ist eine der ältesten offenen Fragen der Mathematik. Die Hardy-Littlewood-Konstante sagt voraus, wie dicht Zwillinge liegen sollten – eine Vorhersage, die sich bis in hohe Bereiche bestätigt, ohne bewiesen zu sein.

Passendes Werkzeug ausprobieren →

04

Siebverfahren

O(n · log log n)

Vom Sieb des Eratosthenes zu modernen segmentierten Verfahren – alte Idee, neue Rechenleistung.

Das Sieb ist 2.200 Jahre alt und noch immer das Verfahren der Wahl, wenn alle Primzahlen eines Bereichs gebraucht werden. Segmentierte Varianten verlagern die Arbeit in den Cache und machen Bereiche zugänglich, die früher unerreichbar waren.

Passendes Werkzeug ausprobieren →

Anfrage

Vorträge für Schulen, Volkshochschulen und Vereine sind nach Absprache möglich — mit und ohne Vorkenntnisse im Publikum.

Vortrag anfragen